Phillippinische Kampfkunst

Inosanto Kali wurde von Dan Inosanto entwickelt. Es basiert auf mehr als 25 verschiedenen Kali Systemen (u.a. Lacoste System, Cadena de Mano, Cabales Serrada-, Bahala Na-, Derobio-, Lameco Eskrima).

Inosanto Kali

Über die Herkunft des Wortes Kali gibt es verschiedene Thesen. Die eine wird von den Worten „Kamot und Lihok“ ( Hand- und Körperbewegungen ) abgeleitet. Eine weitere besagt, Kali stammt von Kalis ab, was „schneidende Waffe“ bedeutet. Eine dritte verweist auf die indische Kriegsgöttin „Kali“.

Kali, Eskrima oder Arnis, Stockkampf wurde über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten auf den Philippinen entwickelt als die Einwohner für ihre Unabhängigkeit von fremden Angreifern kämpften.
Im Lauf der Zeit haben sich mehr als hundert verschieden philippinische Stile entwickelt.
Diese können in nördliche, südliche und zentrale unterteilt werden.

Die Kampfkunst Kali verhalf den Philippinos sich auch schon vor der spanischen Invasion, gegen ihre Angreifer zu verteidigen. Im frühen 16. Jahr- hundert überfielen die spanischen Konquis- tatoren die Philippinen. Der erste berühmte Ausländer, der die Philippinischen Stöcke zu spüren bekam, war Magellan. Nach philippinischer Geschichte war er ein Pirat. Er liess ihre Häuser niederbrennen und versuchte die Philippinos im Rahmen der spanischen Eroberung zu versklaven.

Auf einer kleinen Insel namens Mactan wurde er vom hitzigen Häuptling „Lapu Lapu“ und seinen Männern gestoppt. Mactan ist nun die Provinz Cebu, welche einige hundert Meilen südlich von Manila liegt. Die Dorfbewohner, nur in Baumwollkleidern, bekämpften die in gepanzerten Rüstungen angreifenden Spanier. Auch der beste Stahl nützte den Spaniern nichts gegen Rattanstöcke, und selbst gemachte Lanzen. Magellan starb durch den Häuptling „Lapu Lapu“, dem dafür ein Denkmal gesetzt wurde. Dieses Zusammentreffen war nur der Beginn eines 400 Jahre dauernden Krieges. Die raue Kunst eines rauen Landes, die sich in über tausend Jahren Blutvergiessen bis heute erhalten hat. Unter der spanischen Herrschaft war es den Filipinos verboten, ihre Kampfkunst weiterhin zu praktizieren. Dadurch wurde aus Kali / Eskrima eine geheime Kunst.

Die Philipinos waren aber auch von der Art, wie die Spanier mit Schwert und Dolch umgingen, be-eindruckt. Durch Studieren dieses Stils fanden sie schnell die Schwächen heraus. Sie entwickel-ten für sich eine neue Methode, mit einem kurzen und einem langen Stock und übernahmen dafür die spanische Bezeichnung „Espada y Daga“, was Schwert und Dolch heisst.

Nach und während des 2. Weltkrieges verliessen die abenteuerlustigen Escrimadores und Kali- Meister ihre Heimat und wanderten nach Hawaii und Kalifornien aus.

Inosanto Kali beinhaltet Techniken aus Eskrima, Kali, Arnis, Panantukan, Pananjakman und Dumog. Panantukan ist philippinisches Boxen. Es schliesst Ellbogen, Unterarme, Kopfstösse (Headbutts), Schultern, Hüften und Knie ein. Pananjakman ist phillippinisches Low-line Kicken. Dumog ist philippinisches Ringen.

Kali ist ein waffenbasiertes System, beschränkt sich aber nicht nur auf Waffen. Ein allgemeines Missverständnis besteht auch darin, die Philippinische Kampfkunst würde sich nur mit Schwert, Stock oder Dolch beschäftigen. Es ist jedoch ein umfangreiches Selbstverteidigungs-System, das die leere Hand, Stäbe, Lanzen, Messer und Schusswaffen (Pfeil und Bogen) umfasst. Es beinhaltet auch die Kunst, sich mit Zeitungen, Schuhen, Stühlen, Fächern und anderen Gegen-ständen verteidigen zu können.

Die Vielfalt der philippinischen Stile hat jedoch einen gemeinsamen Nenner: Die enorme Anpassungsfähigkeit. Ihre Prinzipien basieren auf einer Form von Winkeln, die alle Angriffe irgendwann einmal einnehmen müssen, egal welcher Stil oder welche Waffe eingesetzt wird.

Das trainieren der Techniken mit sowohl der rechten als auch der linken Hand fördert die Koordination. Ausserdem werden im Kali Training Timing, Schnelligkeit, Aufmerksamkeit, Balance, Beweglichkeit und Selbstbewusstsein trainiert.

Im Inosanto Kali wird mit/ohne Waffen trainiert:

> Solo Olisi (Einzelstock)
> Olisi-Olisi (Doppelstock)
> Olisi-Baraw (Stock/Messer)
> Baraw-Baraw (Doppelmesser)
> Baraw (Einzelmesser)
> Sibat (Langstock)
> Pangamut (Leere Hände)
> Panantukan (Philippinisches Boxen)
> Pananjakman (Philippinisches Low-line Kicken)
> Sikaran (Philippinisches Kickboxen)
> Hubud Higot (Trapping / Nahkampf)
> Dumog (Grappling / Bodenkampf)

Wie beim JKD werden diese Distanzen trainiert, um bei einer Konfrontation instinktiv, effektiv und effizient zu reagieren.

We are all climbing different paths through the mountain of life, and we have all experienced much hardship and strife.
There are many paths through the mountain of life, and some climbs can be felt like the point of a knife.
Some paths are short and others are long, who can say which path is right or wrong?
The beauty of truth is that each path has its own song, and if you listen closely you will find where you belong.
So climb your own path true and strong, but respect all other truths for your way for them could be wrong.

Dan Inosanto

„Wir alle besteigen verschiedene Wege durch den Berg des Lebens und wir alle erfahren viel Mühsal und Unmut.
Es gibt viele Wege durch den Berg des Lebens und einige Aufstiege können sich wie die Spitze eines Messers anfühlen.
Einige Wege sind kurz und andere lang, wer kann sagen welcher Weg richtig oder falsch ist?
Das Schöne der Wahrheit ist, dass jeder Weg sein eigenes Lied hat und wenn Du genau hinhörst, wirst Du finden, wo Du hingehörst.
Also begehe deinen eigenen Weg ehrlich und stark, aber respektiere, dass Wahrheiten für Deinen Weg für andere falsch sein könnten.“

Dan Inosanto

Dan Inosanto und Juan Luis